Eine Zukunft mit Perspektive.

Arbeite mit an innovativen Produkten für alle Bereiche unseres Lebens. Die Textil- und Bekleidungsindustrie eröffnet viele Möglichkeiten.

Transport und Verkehr

Susanne Müller stellt als Produktionsmechanikerin/Textil Spezialgewebe für die Luftfahrttechnik her.

Textile Komponenten sind unverzichtbar in der Energie- und Umwelttechnik.

Auch die Bereiche Geo- und Landschaftsschutz sind ohne textile Anwendungen und Lösungen nicht mehr denkbar.

Mit textilen Gewirken kann man heute in Wüstengebieten aus Nebel Wasser gewinnen und so einen wesentlichen Beitrag zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung leisten. Im Hochbau leisten textile Dämmmaterialien wichtige Beiträge zur Senkung des Energieverbrauchs und damit zur CO2-Emissionsminderung. Im Straßenbau spielt Textilbeton, beispielsweise beim Bau von Brücken eine zunehmend größere Rolle.

Gesundheit und Medizin

Tanja Grau untersucht als Textillaborantin Fasern und Gewebe für die Medizintechnik.

Auch im Gesundheitswesen geht es nicht ohne textile Medizinprodukte

Von Implantaten über Wundbehandlungs­produkte bis hin zu Organersatz.

Antibakterielle Textilien versprechen zum Bei­spiel den rund 4 % Neurodermitis-Kranken in Deutschland Linderung. Sie sind ein wichtiges Instrument zur Verhinderung der ca. 576.000 Krankenhaus­infektionen pro Jahr, die einen geschätzten volkwirtschaftlichen Schaden von 300 Mio. Euro verursachen. Auch textile Implantate spielen eine wichtige Rolle z.B. bei Herz­operationen, Augen-OPs und Leistenbrüchen.

Wohnen und Leben

Erik Klein bedient und wartet als Maschinen- und Anlagenführer moderne Produktionsmaschinen.

Go Textile! Eine Zukunft mit Perspektive.

Textil und Bekleidung

Die Textil- und Bekleidungsindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert.

Neben klassischen Produkten wie Bekleidung und Heimtextilien werden heute auch hochinnovative High-Tech-Produkte für die unterschiedlichsten Lebensbereiche hergestellt.

Modern und innovativ

Textile Komponenten spielen eine zentrale Rolle in Schlüsselindustrien wie der Automobilindus­trie, der Luft- und Raumfahrt, der Umwelt- und Medizintechnik sowie der Pharmaindustrie.

Und Mode aus Deutschland ist sowieso überall in der Welt angesagt.

Hightech und Lifestyle

In einem Auto erhöhen Textilien die Sicherheit, in einem Flugzeug verringern sie den Treib­stoffverbrauch und in der Mode sind sie Ausdruck unserer Gefühle und Emotionen.

Und in der Zukunft kannst du mithelfen, dass auch Vorhänge im Dunkeln leuchten.

Was ist eigentlich Textil?

Die meisten Leute denken bei Textil an Kleidung und andere Alltagsgegenstände. Doch Textil ist viel, viel mehr. Es wird in der Umwelt- und Energietechnik verwendet, im Transport- und Verkehrswesen, in der Medizin, in der Luft- und Raumfahrttechnik, im Bauwesen und vielen anderen faszinierenden Bereichen.

Ein Flugzeug zum Beispiel ist ohne Textil nicht in der Lage zu fliegen. Der Airbus A380 -- Mit einer Höhe von 24 Metern ist er doppelt so hoch wie ein dreistöckiges Wohnhaus und wiegt 560 Tonnen -- so viel wie 150 Elefanten. Er transportiert mehr als 800 Passagiere zu Zielen in über 15000 km Entfernung -- und dies ohne Zwischenstop. Doch ohne Textil wäre dieser Gigant nicht in der Lage zu fliegen. Über 25% dieses Flugzeuges bestehen aus textilen Faserverbundstoffen, wie zum Beispiel Kohlefaser. Sie bilden Teile des Rumpfes, der Tragflächen und des Leitwerkes und ermöglichen dem A380 so erst das Fliegen. Mit Textil kann sogar der Wüste kostbares Wasser entlockt werden. "Ohne Wasser kein Leben". Diese unumstößliche Tatsache gilt auch für den Schwarzkäfer, der in afrikanischen Wüste Namib lebt. Durch Millionen feinster Härchen auf seinem Rückenpanzer fängt er in einer einzigen Nebelnacht bis zu 34 Prozent seines Eigengewichtes an Kondenswasser ein. Bei einem Menschen von 70 kg entspricht dies 24 Liter Wasser. Forscher haben nun das Prinzip des Schwarzkäfers nachgeahmt und textile Nebelfangnetze für den Einsatz in wasserarmen Regionen entwickelt. So kann man beispielsweise mit einem 70qm großen Nebelfangnetz im günstigsten Falle in einer Nacht bis zu 4000 Liter Wasser gewinnen.

In der Medizin helfen Textilien, Menschenleben zu retten. Im Laufe der Evolution hat der Mensch seine Körperbehaarung weitgehend verloren und schützt sich daher ersatzweise mit Textilien als zweite Haut vor Witterungseinflüssen. Die Fortschritte der Biotechnologie in den letzten Jahren machen Textilien nun aber auch im wahrsten Wortsinne zur Zweithaut. Im Jahr 2005 kann im Stuttgarter Marienhospital erstmals das Leben eines Patienten gerettet werden, dessen Haut nach einem Unfall mit heißer Lauge zu 95 Prozent zerstört ist. Mit einem textilen Epithelersatz gelingt es, das Gewebe des 38-jährigen Patienten neu aufzubauen, so dass dieser schon nach sechs Wochen die Klinik wieder verlassen kann.

Auch im Transport- und Verkehrswesen spielen Textilien eine immer wichtigere Rolle. Im Jahr 1926 läuft das weltweit letzte für den Frachtverkehr gebaute Segelschiff vom Stapel. 80 Jahre später erlebt nun der Wind eine Renaissance als treibende Kraft in der Schifffahrt, nicht zuletzt aufgrund steigender Erdölpreise. 2008 sticht ein 133 Meter langer Schwergutfrachter erstmals mit einem Zugdrachen-Windantriebssystem in See. Ein textiles Zugseil aus Polyethylen-Fasern mit einer 15-fach höheren Zugfestigkeit als Stahl dient hierbei als Verbindung zwischen Schiff und Drachen.Der Zugdrachen selbst besteht aus einem extrem reißfesten textilen Verbundmaterial. Bereits heute lassen sich mit diesem System bis zu 50 Prozent der Treibstoffkosten einsparen.

Sogar Beton kommt in Zukunft nicht mehr an Textil vorbei. Nicht nur wir tragen Textilien ... Textilien tragen auch uns! Textilbewehrter Beton dient seit Mitte der neunziger Jahre beispielsweise dazu, ganze Brücken oder Hausfassaden zu bauen. Die Betonschichten über den Textilmatten sind hierbei wesentlich dünner und somit leichter als Stahlbeton ... und es entsteht kein Rost. Im Landschaftsbau nutzt man Geotextilien für den Hochwasserschutz, beispielsweise zur Stabilisierung von Böschungen beim Deichbau. Und wenn wir uns vor Wasser nicht schützen, sondern es sinnvoll einsetzen wollen, so dienen Matten aus textilem Vlies zur Bewässerung von Pflanzen.

Textil -- mehr als Du denkst.

Wusstest du eigentlich,

dass der Airbag erst in Kombi­nation mit dem Sicherheitsgurt zum echten Lebensretter wird?

Denn bei einem Crash halten spezielle Fanggurte den Airbag in seiner Position und verhin­dern, dass er sich über seinen vordefinierten Umfang hinaus entfaltet.

Wusstest du eigentlich,

dass es antistatische Berufskleidung gibt?

Integrierte Metallfäden sorgen dafür, dass es durch Reibung keine elektrischen Ladungs­zustände mehr entstehen.

Wusstest du eigentlich,

dass sich die Tuareg in der Sahara mit tiefblauen Gewändern vor der Sonne schützen?

Die dunkle Farbe erhöht den textilen UV-Schutzfakton.

Wusstest du eigentlich,

dass es Badeanzüge gibt, die wie Haifischhaut sind?

Sie machen sich den soge­nannten Riblet-Effekt zunutze und dadurch den Schwimmer im Wasser schneller.

Wusstest du eigentlich,

dass der Begriff „Bionik" eine Vorgehensweise in der For­schung beschreibt, bei der Prinzipien aus der Biologie auf technische Anwendungen übertragen werden?

Ein Beispiel hierzu ist der Reißverschluss.

Wusstest du eigentlich,

dass sich der Erfinder des Klettverschlusses diese Idee von der Natur abgeguckt hat?

Er baute einfach die Halteme­chanismen der Pflanze „Große Klette" — winzige elastische und widerstandsfähige Häkchen - aus Polyamidfasern nach.

Wusstest du eigentlich,

dass Haie, Pinguine und Lotuspflanzen etwas gemeinsam haben?

Sie alle nutzen nanoraue Ober­lächen, auf deren zahllosen winzigen Erhebungen Wasser­tropfen keinen Halt finden. Das nennt man den Lotus-Effekt.

Wusstest du eigentlich,

dass es Matratzen gibt, die durch wöchentliches Aufheiz­en der Matratze auf 55 Grad Milben und Spinnentiere töten?

Seit 2010 gibt es diese Anti-Milbenmatratze.

Wusstest du eigentlich,

dass man mit Textilien Trinkwasser gewinnen kann?

Auf ihren speziellen Oberflächen wird die Feuchtigkeit aus der Luft gesammelt und dadurch nutzbar gemacht.

Wusstest du eigentlich,

dass es chon seit über 4000 Jahren im fernen Osten Fall­schirme gibt?

Heute sind die luftundurch­lässigen Nylongewebe extrem strapazierfähig, sodass bis zu 3000 Sprünge mit einem einzigen Fallschirm zulässig sind.

Wusstest du eigentlich,

das bereits in der Antike Wasser in Schlächen zum Löschen eines Brandes verwendet wurde?

Den ersten Feuerwehrschlauch aus gummiertem Hanf gibt es seit 1865, vorher waren die Schläuche aus Segeltuch gefertigt.

Wusstest du eigentlich,

dass das Wort Fitler von "Durch Filz laufen lassen" komme?

Auf diese Weise haben bereits die Germanen Feststoffe aus Gasen oder Flüssigkeiten gefiltert.

Wusstest du eigentlich,

dass es auch bei Textilien einen UV-Schutzfaktor gibt?

Der heißt UPF. Bei einem UPF von 40 kann man 40-mal länger in der Sonne bleiben als ohne.

Wusstest du eigentlich,

dass es Stoffe gibt, die Schutz vor saugenden oder stech­enden Insekten bieten?

Das sind Spezialgarne mit antimikrobiellen Effekten.

Wusstest du eigentlich,

dass Textilien Keimkiller sein können?

Das funktioniert mit der Einbin­dung von Silberfäden oder Silberionen in Spinngarne oder durch die Behandlung der Fasern mit bakteriziden Substanzen.

Wusstest du eigentlich,

dass heutzutage leitfähige Textilien als Heizelemente genutzt werden?

Sie ersetzen im Auto die klassische Sitzheizung oder können als „Klimagardinen" in Zelten und Gewächshäusern für angenehme Temperatur sorgen.

Wusstest du eigentlich,

dass Kohlenstofffasern einzeln dünner als ein menschliches Haar sind?

Zusammen in einem Bündel der Dicke einer Bleistiftmiene aber können sie Lasten bis zu 50 kg tragen.

Wusstest du eigentlich,

dass in der Forschung Kunst­stoffkinder und Kupfer­männer eingesetzt werden, um den Tragekompfort von Textilien im Labor zu untersuchen?

Die Oberfläche der Puppen ist der menschlichen Haut nach­empfunden und so können Wärmeisolation und Feuchte­transport von Textilien getestet werden.

Wusstest du eigentlich,

dass Strickmaschinen teil­weise dreimal so schnell stricken, wie ein einziger Flügelschlag einer Libelle?

Die sogenannten Zungen der Nadeln öffnen und schließen sich 80 Mal in der Sekunde.

Wusstest du eigentlich,

dass es Lichtbeton gibt?

Beton wird mit lichtleitenden Glasfasern gemischt und fertig ist der transluzente Baustoff.

Wusstest du eigentlich,

dass Loden­stoff besonders gut vor Kälte und Wind schützt?

Seit Jahrhunderten nutzen die Alpenbewohner diesen Wollstoff, der sich durch Verfilzen zu­sätzlich verdichtet.

Wusstest du eigentlich,

dass man Luftfeuchtigkeit "ernten" kann?

Das geht mit Nebenkollektoren, die pro Quadratmeter ca. einen Liter pro Nacht gewinnen.

Wusstest du eigentlich,

dass Textilien als Detektoren für gefährliche Substanzen funktionieren können?

Besondere Sensoren erkennen die Schadstoffe und geben Signal, indem sie sich bei­spielsweise verfärben.

Wusstest du eigentlich,

dass ein korrekt angelegter Sicher­heits­gurt die Über­lebens­chancen bei einem Auto­unfall heute um 60% steigert?

Bereits 1902 überlebte ein Amerikaner wohl nur den Überschlag seines Wagens, dank eines Lederriemens an seinem Sitz.

Wusstest du eigentlich,

dass Spinnen zur Garnher­stellung eine Vorstufe des Webens und eine der ältesten Techniken der Menscheit ist?

Beim Spinnen werden einzelne Fasern verdreht und mit einem Spinnrad zu Garn aufgewickelt.

Wusstest du eigentlich,

worauf es ankommt, ob wir ein textiles Material als wärmend empfinden?

Auf dessen Fähigkeit, die vom Körper abgegebene Wärme mit Hilfe einer isolierenden Luft­schicht am Körper zu halten.

Wusstest du eigentlich,

dass das Verfilzen von Wolle in Verhaken vieler kleiner Fasern ist, dass durch die Bewegung der Wolle in Wasser entsteht?

Heute wird Wolle mit einer Anti-Filz-Imprägnierung bearbeitet, um das Verfilzen zu verhindern.

Wusstest du eigentlich,

dass Textilien in der Medizin dazu eingesetzt werden, menschliche Haut nachzubilden?

Durch chemische Prozesse entsteht eine spezielle Membran, die bakteriendicht aber wasser­durchlässig ist, die Hautneu­bildung fördert und, wenn die Wunde verheilt ist, einfach wieder abfällt.